Nachlese

Jonah and the tree

Mit entspanntem Groove glänzte das Trio Jonah and the tree aus Celle im Alten Wasserwerk Algermissen.


Zum ersten Mal gaben sich die Celler Musiker der Band Jonah and the tree die Ehre und traten im Alten Wasserwerk auf. Jonah an the tree – das sind Jonas Almeloo (Gesang und Gitarre), Christian Förster (Gesang) und Tino Schumeier (E-Gitarre und Backings).
Bandgründer Jonas und Sänger Christian tourten anfangs als Duo; 2016 veröffentlichten sie ihr erstes Album „Memo an mich selbst“. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus englischen und deutschen Texten, die sich am Leben orientieren und durchaus der Realität entsprechen. Seit 2018 sind die Musiker als Trio unterwegs, im März 2019 brachten sie ihr zweites, deutschsprachiges Album „Mauer im Kopf“ heraus, auf dem es wieder um lebensnahe Themen geht. Ob tiefgehende, unbequeme, aufrüttelnde oder auch Texte voller Lebensfreude – die Jungs bespielen die ganze Bandbreite. Im Alten Wasserwerk präsentierten die drei eine gelungene Mischung von Titeln aus beiden Alben und verschiedener Coverversionen.

Hört man ihren Texten aufmerksam zu, findet man schnell heraus, dass die Songs allemal etwas zu sagen haben. In „Mauer im Kopf“ geht es um Grenzen — darum, Grenzen für sich selbst festzulegen und anderen Menschen Grenzen aufzuzeigen. Tiefe Einblicke lässt der Song über „Exn“ zu. Nein, hier handelt es sich nicht um einen Schreibfehler („Exen“); stattdessen dreht sich der Text dieses Liedes um Trennungsschmerz, gewürzt mit viel schwarzem Humor. „Tanzen“ spiegelt die Lieblingsbeschäftigung des Trios wider: Musik machen. So entstand die Idee zu diesem Song. Tanzen kann Furcht abschütteln, tanzen kann Inspiration sein, Musik hören kann befreiend wirken. „Ich hör Musik, auch wenn ich traurig bin, steh auf und tanze.“

Die Dreierkonstellation brillierte an diesem Abend nicht nur mit ihren Eigenkompositionen, sondern auch mit Coverversionen, zum Beispiel „The Jocker“ von der Steve Miller Band, „Kompliment“ (Sportfreunde Stiller), „Save Tonight“ (Eagle Eye Cherry) oder „Wonderwall“ von Oasis. Die Auswahl ihrer Songs zeigt, dass sie sich auf der Bühne wohlfühlen, Spaß am Musizieren und Texten haben und sich nicht leicht in eine Schublade stecken lassen. Ihre offene, unkomplizierte Art und der authentischen Präsenz nimmt man ihnen ab. Auf der Bühne besticht das Celler Trio durch ihr harmonisches Zusammenspiel, gepaart mit spürbarer Freude, ihre Songs vorzutragen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie vor großem oder eher kleinem Publikum spielen, wie im Alten Wasserwerk, das mit seinen wenigen Plätzen eher Club-Charakter hat. Jonah and the tree haben es geschafft, den Gästen im Alten Wasserwerk ein gelungenes Konzerterlebnis zu bescheren. „Wer dieses Konzert verpasst hat, ist selbst schuld.“, so die Meinung einer Besucherin. Mit neuer Musik im Gepäck will das Trio gern ein weiteres Mal nach Algermissen kommen.


Text/Fotos: Petra Schröter