Von zart bis hart

Ember Sea brachten etliche Musikvorlieben unter einen Hut


Den Weg zur Bühne fand die bereits vor zehn Jahren gegründeten Band Ember Sea um die Frontfrau Eva Gerland allein. Schon zum dritten Mal gab sich die Rockband aus Hannover am 4. Mai hier die Ehre und rockte – wieder unplugged – das Alte Wasserwerk Algermissen. Ember Sea, das sind Stefan Santag (Gitarre), Pablo J. Tammen (Bass), Dirk Marquardt (Keyboard) und Enrico Mier (Schlagzeug/Cajon). Die Truppe, die man vielfach auch im Gothic-Metal-Bereich verortet, überraschte so manchen mit ihrer stilistischen Bandbreite.



Schon beim vorigen Auftritt im Alten Wasserwerk erzählte Eva, dass die Band intensiv Songwriting betreibt. Zum Einstieg gab es den ersten Titel aus dem Album „How to tame a heart“: „To Atlantis“, der zwischenzeitlich sogar auf Platz 1 der Amazon Hardrock & Metal Charts stand. Nur unverstärkt mit akustischen Instrumenten kam als Premiere auch der Titel „The Ones“ bei den Fans gut an. Aus ihrer Leidenschaft fürs Covern macht Eva keinen Hehl. Das Publikum groovte und klatschte zu Coverversionen von Iron Maiden „The Number of the Beast“ sowie zu, „Rock You Like a Hurricane“ von den Scorpions. Ganz andere Richtung: Mit „Never let me down Again“ kam Depeche Mode-Feeling nach Algermissen.

Die Band, die seit 2009 fester Bestandteil der Hannoverschen Musikszene ist, brillierte mit ihrer Professionalität und vor allem durch den kraftvollen Gesang von Eva Gerland. Im Alten Wasserwerk war es besonders die Mischung, die bei ihren Fans gut ankam. Songs aus dem ersten Album „Nova“, gepaart mit Coverversionen und Titeln ihres neuen Albums brachten immer wieder einen Wechsel zwischen rockigen, kraftvollen aber auch leisen Tönen. Man muss ja, wie es Frontfrau Eva auf den Punkt brachte: „auch mal ne ruhige Kugel schieben“.

Viele Fans hatten auch auf den Titel „Dreh dich“ vom ersten Album gewartet, der im Original mit harten E-Gitarrenriffs und leisen Synthieklängen aufwartet, aber mit tanzbarem Rhythmus und mitsingbarem Text Ohrwurm-Qualitäten hat. Er kam. Und mit ihren letzten Songs vom regulären Set wagte sich die Band auf Neuland. Sie coverten nicht nur „The Look“ – ein Song des schwedischen Pop Duos Roxette – sondern sie rappten und performten einen Titel der deutschen Hip-Hop-Gruppe Die Fantastischen Vier. So forderte das begeisterte Publikum Zugaben, zu denen sich die Mitglieder von Ember Sea nicht lang bitten ließen.


Text und Fotos: Petra Schröter